International MUA Academy of Physicians
 
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Überblick über Manipulation unter Anästhesie (MUA)

Chapter Author:
Dr. Robert S. Francis
Clinical Assistant Professor of Family Medicine
Department of Family Medicine
University of Texas Medical Branch at Galveston

Associate Professor of Clinical Sciences
Course Director, Division of Post Graduate Studies
Texas Chiropractic College

Chief, Department of Chiropractic Medicine
Vista Medical Center Hospital

Allgemein

Der erste Zertifizierungskurs für Chiropraktoren in Manipulation unter Anästhesie wurde Mitte der 80er Jahre von Dr. Rob Francis entwickelt, damals in der Funktion als “Dean of Clinical Sciences” am Texas Chiropractic College. In der Medizin wird MUA seit über 70 Jahren angewendet. Die zunehmende Zusammenarbeit von Chiropraktoren mit Ärzten und Spitälern führte dazu, dass die Ausbildung vermehrt angeboten und akkreditiert wurde.  

Spezifische Protokolle dieser Behandlung wurden von akademischen Institutionen, von nationalen und internationalen Organisationen entwickelt, damit die Ausbildung und die klinischen Resultate nach sicherem und effektivem Standard aufgebaut werden und diese Behandlung im ganzen Land in geeigneten Spitälern und ambulanten Kliniken ausgeführt werden kann.  Kürzlich wurde die Internationale Akademie von MUA „Physicians“ gegründet. Sie dient der Förderung von valider und massgebender zeitgenössicher Forschung und neuen wissenschaftlichen Entwicklungen auf dem Gebiet der Manipulation unter Anästhesie bei schwierigen chronischen Fällen, damit evidence-based Prinzipien für die klinische und praktische Anwendung von MUA erreicht werden können.   

Die Nationale Akademie der MUA “Physicians” hat Richtlinien und Protokolle für MUA entwickelt, welche sich mit der vom Texas Chiropractic College akkreditierten MUA Ausbildung übereinstimmt. Die Standardisierung der MUA Protokolle in den USA und in Europa ist erreicht.  

Weiterbildung und internationale Konferenzen dienen dazu diese Ziele zu verfolgen und zu erreichen. Es besteht die Absicht diese Behandlung an internationalen und interdisziplinären Gruppen zu präsentieren, einen adäquaten Überblick über das vorhandene Wissen im Gebiet der nicht-operativen Behandlung, der interventionellen Diagnostik und Therapie oder anderen relevanten Modalitäten zu geben

Seit gut über 40 Jahren hat die medizinische Literatur den Erfolg von MUA bei chronischen, therapieresistenten, nicht-chirurgischen Schmerzsyndromen belegt. MUA dient dazu eingeschränkte Gelenksbeweglichkeit der Wirbelsäule und der Extremitäten zu verbessern und Narbengewebe in den Weichteilen, peri- und intraartikulären Strukturen zu reduzieren, um die artikuläre Dyskinesie (Gelenksfunktionsstörung) zu korrigieren. 

Die Wiederherstellung der Beweglichkeit und die Reduzierung des Narbengewebes führt verbesserter Flexibilität und Viskoelastizität der paravertebralen Muskulatur und der assoziierten Gelenke und erhöht damit die funktionelle Kapazität des Patienten. MUA wird in spezifisch ausgewählten Patienten durchgeführt, welche auf adäquate konservative Behandlung nicht oder ungenügend angesprochen haben.

MUA benötigt eine nicht-paralysierende Anästhesie (Patient atmet selbstständig), um die Muskulatur des Bewegungsapparates zu entspannen, was dem Behandelnden erlaubt das proliferierende Narbengewebe zu reduzieren und die Gelenksfunktion wiederherzustellen, ohne dass der Patient dagegen spannt oder Schmerz verspürt. In der Regel werden präoperativ die Medikamente Versed, Fentanyl verwendet, sowie im Operationsraum Propofol (ohne Intubation), um eine schlaffe Muskelentspannung zu erreichen.

Es ist empfohlen, dass ein zertifizierter Assistent bei den Behandlungen präsent ist und mithilft. Es ist wichtig, dass der Assistent biomechanisches  und pathomechanisches Wissen über die behandelnden Beschwerden hat und bei der Lagerung vor und während der Behandlung mithilft. Die eigentliche Behandlung wird durch den Hauptarzt ausgeführt. Einige Behandlungsschritte unter Anästhesie werden zu zweit ausgeführt vom Hauptarzt und vom Assistenten.  

Da ausführliche klinische Information über die Effizienz von MUA besteht, hat MUA in den USA seit 1971 einen Abrechnungscode für die Wirbelsäule – der CPT Code der American Medical Association lautet 22505:

Medicare Medical Policy Bulletin  (http://www.hgsa.com/professionals/policy/s111aj.html)
Revision Date: 02/01/2002  (S-111A) Compliance with Transmittal # AB-00-126 (CR 1415)

 “Manipulation under anesthesia (MUA) is designed to stretch or tear the particular adhesions that form around the articular facets of the spine or around herniated or bulging discs. These particular adhesions tend to lock the spine in a state of fixation, preventing normal movement and causing pain. The paraspinal muscles cause a splinting or guarding at the adhesion site, which makes traditional manipulation less effective. By placing the patient in a "twilight" anesthesia, complete relaxation is achieved, allowing the provider to directly influence particular adhesions by diminishing the postural musculature. Since the adhesions are neurovascular, there is no bleeding or pain following the manipulation.
Indications and Limitations of Coverage and/or Medical Necessity:
Because of refinements in manipulative medicine techniques and improvements in physical therapy modalities, this procedure should only be performed on select patients who have failed to respond to conservative therapy.”

Aussagen/Auszüge aus Forschungsartikeln über die Effizienz von MUA

Scott Haldeman, M.D. in AAOS 2003, in einer kontrollierten, randomisierten Studie über “Medikament-assistierte Manipulation für Kreuzschmerzen” aus dem Department der Neurology an der Universität Kalifornien sagt:

 “Medikament-assistierte Manipulation offeriert den Patienten mehr Besserung der Rückenschmerzen und der Invalidität im Vergleich zu herkömmlicher chiropraktischer Behandlung.”

Publiziert im THE SPINE JOURNAL in 2002 durch die Autoren Frank Kohlbeck, DC and Scott Haldeman, DC, MD, PhD in einem Literaturüberblick für MUA (49 publizierte Artikel) stellten sie Folgendes fest:

“Medikament assistierte Manipulation der Wirbelsäule hat eine lange Geschichte der klinischen Anwendung und ist in der Literatur seit 70 erwähnt. Wenn ein Arzt MUA empfielt, ist es schwierig medikament-assistierte Manipulation abzulehnen oder es nicht zu bezahlen.”

Im October, 2002, Palmieri et al demonstrierten die klinische Effizienz von MUA mit einer Serie von 3 Behandlungen. Der durchschnittliche Wert einer numerischen Schmerzskala reduzierte sich in der MUA Gruppe um 50% und der durschnittliche Wert des Roland-Morris Fragebogens um 51% verglichen mit der Kontrollgruppe.  

Daniel West et al zeigte 1998 in einer Studie mit 177 Patienten, dass 68.6% der nicht arbeitsfähigen Patienten zu 100% wieder aufnahm nach einer Serie von 3 MUAs  und 6 Monaten, dass 58.4% der Patienten mit Schmerzmitteln nach der Behandlung keine Rezepte mehr benötigte und letztlich, dass 60.1% der Patienten mit Rückenschmerzen nach der MUA beschwerdefrei waren.

Samuel Turek, M.D., orthopädischer Chirurg schreibt in seinem Buch, Principles and Applications of Orthopedics, dass gute bis sehr gute Resultate in 50% der Patienten mit akuter Diskushernie mit Manipulation unter Anästhesie erreicht werden können.

Thomas Dorman, M.D., Orthopäde, empfiehlt in seinem Buch, Diagnostic Techniques in Orthopedic Medicine, dass Manipulation geeignet ist in Patienten, welche unter adäquater herkömmlicher konservativer Behandlung keinen Erfolg hatte.

Robert Mensor, M.D., orthopädischer Chirurge, führte eine grosse klinische Studie durch mit 600 Patienten und EMG verifizierter Radikulopathie. Es zeigte sich, dass 83% der Patienten gut auf die Manipulation unter Anästhesie ansprach.

Dieses Resultat wurde von Donald Chrisman, M.D., orthopädischer Chirurge, verifiziert. 51% von therapieresistenten Schmerzen nach konservativer Therapie hatten gute bis sehr gute Resultate sogar 3 Jahre nach MUA.

Bradford and Siehl berichten über 723 MUA Patienten, die grösste klinische Studie über MUA Behandlung, und zeigte dass 71% gute Resultate zeigten (normale Aktivität, fast symptomfrei) und 25.3% mässige Resultate hatten (Verbesserung, Aufnahme von fast wieder normaler Aktivität mit einigen Restbeschwerden) und dass Flexibilität, Elastizität und Beweglichkeit wiederhergestellt werden kann in Patienten mit chronischem Kreuzschmerz.

Paul Kuo, M.D., Professor für orthopädische Chirurgie, berichtete in einer klinischen Studie 1986 über 517 mit MUA behandelten Patienten, von welchen 83.9% gut ansprachen.

Weitere Forschung ist im Gang. Gut konzipierte prospektive, kontrollierte klinische Studien werden gemacht, um die klinische und finanzielle Kosteneffizienz des MUA Verfahrens in ausgewählten Patienten zu evaluieren.

Es ist wichtig zu bemerken, dass bis heute nicht gezeigt werden konnte, dass MUA ineffektiv ist in korrekt ausgewählten Patienten. Die klinischen Resultate von diesen und weiteren Studien wird die Parameter für die Patientenwahl weiter definieren, wie auch die Patientengruppe, für welche MUA vor allem kosteneffektiv ist.:

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